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Selbstfürsorge

 

Sie pflegen einen Angehörigen – kümmern Sie sich auch um sich!

Jeder pflegende Angehörige erlebt seinen Alltag anders.

In diesem Sinne gibt es kein Patentrezept, wie man Erschöpfung vermeidet. Um nicht selbst unter der Situation zu leiden, dürfen und sollten Sie sich trauen, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Diese kann unterschiedlich Formen annehmen und soll Sie bei der Betreuung Ihres pflegebedürftigen Angehörigen entlasten, Sie im Alltag begleiten oder Sie zu wichtigen Themen schulen. Ziel ist es immer, die höchstmögliche Lebensqualität zu erhalten. Außerdem soll es Ihnen möglich sein, ein erfüllendes Sozialleben zu führen und Ihre Gesundheit zu schützen.

Hier sind die wichtigsten Grundregeln, die Sie anwenden sollten, um ein erfüllendes Sozialleben zu bewahren und Ihre Gesundheit aufrecht zu erhalten.

— Grenzen anerkennen

Es ist wichtig, dass Sie Ihre eigenen Grenzen setzen und achten. So können Sie beispielsweise ablehnen, die Körperpflege der pflegebedürftige Person zu übernehmen, ihren Haushalt zusätzlich zu ihrem eigenen zu erledigen, ihre Finanzen zu verwalten, … Niemand sollte die Grenzen, die Sie setzen, bewerten. Hilfe von einer Fachkraft oder jemandem aus Ihrem Umfeld in Anspruch zu nehmen und Aufgaben zu delegieren, kann Ihnen Zeit verschaffen und Sie im Alltag entlasten

— Sich selbst Wertschätzung entgegenbringen

Die Hilfe, die Sie leisten, ist wertvoll und verdient Anerkennung. Was Sie im Alltag leisten, ist bemerkenswert, wenn auch nicht immer einfach, aber Sie können stolz darauf sein. Es ist wichtig, das anzuerkennen und sich selbst Wertschätzung entgegenzubringen. Wie jeder Mensch muss auch der pflegende Angehörige an seine Fähigkeiten glauben, um sich selbst zu vertrauen und zu akzeptieren und dies in seinem Handeln zum Ausdruck zu bringen.

— Gefühle zulassen

Die Situation, in der Sie sich befinden, kann dazu führen, dass Sie Ihre Gefühle manchmal in unangemessener Form zum Ausdruck bringen (z. B. Aggressivität, Ungeduld, Reizbarkeit). Das macht Sie nicht zu einem schlechten Menschen. Jeder hat gute und schlechte Tage. Das zeigt nur, dass Sie ein Mensch sind und erschöpft sein dürfen.

— Erlebtes teilen und Einsamkeit durchbrechen

Über das, was Sie erleben, zu sprechen, kann helfen, Schwierigkeiten im Alltag zu überwinden und Druck abzubauen. Wenden Sie sich an jemanden, dem Sie vertrauen, beispielsweise aus Ihrem Umfeld, oder treten Sie einer Selbsthilfegruppe bei, nehmen Sie an Schulungen teil usw. Hier finden Sie Menschen, die Ihnen zuhören, Ihre Fragen beantworten, Ihnen Orientierung geben und Sie daran erinnern, dass Sie nicht allein sind.

— Sich um die eigene Gesundheit kümmern

Sich Zeit für sich selbst zu nehmen ist von größter Bedeutung. Idealerweise lassen Sie keinen Arzttermin ausfallen, achten Sie auf Ihre Ernährung, bewegen Sie sich regelmäßig und gönnen Sie sich so oft es geht Ruhezeiten. Kurz gesagt: Denken Sie daran, auf sich und Ihren Körper zu achten …