Chiara Rausch, Multiplikatorin von “Bientraitance” des Hilfs- und Pflegenetzwerkes HELP

Was bedeutet “Bientraitance”?
Bei dem Begriff „Bientraitance“ handelt es sich um einen französischen Begriff, der ins Deutsche übersetzt so etwas wie „Wohlwollen“ oder „wertschätzende Fürsorge“ bedeutet.
Ziel des Konzepts „Bientraitance“ ist es, besonders diejenigen, die pflegerischer oder therapeutischer Unterstützung bedürfen, mit Empathie, Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Des Weiteren handelt es sich beim Gegenteil von „Bientraitance“ um „Maltraitance“, was so viel wie Misshandlung, oder aber auch Vernachlässigung bedeutet.
Sowohl für HELP als insgesamt für das Luxemburger Rote Kreuz, ist das Konzept der „Bientraitance“ inklusive seiner Charta eine zentrale Priorität: nicht nur der Schutz Hilfsbedürftiger vor Misshandlung, steht im Mittelpunkt, sondern es geht auch darum die Betreuung so zu gestalten, dass die Lebensqualität unserer Begünstigten verstärkt wird.
Wie kann man Bientraitance im Alltag leben?
Bei der “Bientraitance” geht es nicht nur um wohlwollenden Umgang oder die Verhinderung von Missbrauch. Dieses Konzept zielt darauf ab, eine Kultur des Respekts und der Fürsorge in menschlichen Beziehungen zu etablieren und das Wohlbefinden unserer Begünstigten, ihrer pflegenden Angehörigen und unserer Mitarbeiter zu steigern. Es geht um gute Absichten, die eine Haltung implizieren, die zu positiven, unterstützenden und respektvollen Beziehungen führt, sei es im beruflichen oder im persönlichen Bereich. “Bientraitance” basiert auf Wertschätzung, Freundlichkeit und Mitgefühl. Er kann durch kleine, aber bedeutungsvolle Gesten oder nette Worte zum Ausdruck gebracht werden.
Wie können pflegende Angehörige Bientraitance entwickeln und in ihren Alltag integrieren?
„Bientraitance“ beinhaltet auch ein anderes ganz Wichtiges Thema: die Selbstfürsorge. Die Pflege eines Angehörigen kann physisch und auch psychisch heraufordernd sein. Daher ist es sehr wichtig, auf die eigene Gesundheit und auch auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, diese anzuerkennen und Ihnen Raum zu geben. Regelmäßige Auszeiten sollten einen wichtigen Stellenwert einnehmen. Beispielsweise ist die Unterstützung von Familienmitgliedern, Freunden oder professionellen Pflegekräfte eine Möglichkeit, die Belastung zu vermindern. Zusätzlich kann auch der Austausch mit anderen pflegenden Angehörigen helfen, neue Perspektiven zu gewinnen, praktische Tipps für den Alltag zu erlernen, oder sich einmal alle Sorgen von der Seele zu reden. Nur wer gut für sich selbst sorgt, kann auch langfristig andere wohlwollend betreuen. Dank dem Aidants-Dienst können pflegende Angehörige auf Unterstützung zurückgreifen, um ihre Rolle besser zu meistern.