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3 Fragen an… Marleen Habets, Präsidentin von AFPL – Association des Familles ayant un proche atteint de Psychose au Luxembourg asbl 

  1. Wer sind Sie und welche Ziele verfolgt die AFPL?  

  

Ich stelle mich vor: Marleen Habets, 65 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und seit einem Jahr Präsidentin der AFPL. Ich habe als psychiatrische Krankenpflegerin im SPAD (psychiatrische Pflege zu Hause) gearbeitet, eine menschlich sehr bereichernde Erfahrung.  

Mein Engagement ist auch persönlicher Natur: Eines meiner Kinder hat eine Störung aus dem Psychosespektrum. Mit seinem Einverständnis teile ich diese Realität, die mein Verständnis für das Thema und meinen Einsatz für betroffene Familien wesentlich vertieft hat.  

  

Die AFPL hat das Ziel, Familien, deren Angehörige von einer Störung aus dem Psychosespektrum betroffen sind, konkrete, menschliche und angemessene Unterstützung zu bieten.  

Der Verein bietet ein einfühlsames Zuhören, vermittelt klare und verlässliche Informationen, führt Sensibilisierungsmaßnahmen durch und setzt sich für die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen ein.  

Er entwickelt außerdem Partnerschaften mit anderen Vereinen und öffentlichen Behörden, um Maßnahmen besser zu koordinieren, die Rechte der Betroffenen zu verteidigen und ihre gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.  

  

  

  1. Was ist eine Störung aus dem Psychosespektrum?  

  

Eine Störung aus dem Psychosespektrum ist eine psychische Erkrankung, die beeinflusst, wie eine Person die Realität wahrnimmt und interpretiert. Während einer psychotischen Episode kann die Grenze zwischen Wirklichkeit und Vorstellung verschwimmen. Die betroffene Person kann zum Beispiel Stimmen hören, Überzeugungen entwickeln, die nicht der Realität entsprechen, oder sich bedroht oder verfolgt fühlen.  

  

Psychose ist weder eine Entscheidung noch ein Mangel an Willenskraft oder ein Charakterzug. Sie kann jeden Menschen treffen und tritt häufig in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter auf. Oft bemerkt die betroffene Person selbst nicht, dass sie krank ist: Für sie wirkt das Erlebte real und stimmig.  

Störungen aus dem Psychosespektrum betreffen etwa 1 % der Bevölkerung. Ihr Verlauf ist sehr unterschiedlich: Manche Menschen erholen sich langfristig, andere erleben Phasen von Rückfällen, während einige anhaltende Symptome zeigen. Diese Entwicklungen sind nicht festgelegt und können sich im Laufe der Zeit verändern.  

  

Eine frühzeitige Diagnose, eine angepasste Begleitung und die Unterstützung der Angehörigen spielen eine wesentliche Rolle. Sie können das Wohlbefinden verbessern, den Genesungsprozess fördern und die Lebensqualität sowohl der betroffenen Person als auch ihres Umfeldes stärken.  

  

Es ist wichtig zu verstehen, dass die Person nicht handelt, um ihr Umfeld zu verletzen oder zu beunruhigen. Sie durchlebt eine intensive und oft sehr beängstigende innere Erfahrung.  

  

Für Angehörige und das soziale Umfeld ist es wesentlich, Psychose zu verstehen. Dies hilft, Ängste abzubauen, die Beziehung zu erhalten und eine respektvolle, einfühlsame Unterstützung zu ermöglichen.  

  

Psychose verstehen hilft auch Angehörigen, ihre eigenen Grenzen wahrzunehmen und selbst Unterstützung zu suchen. Eine Person mit Psychose zu begleiten ist belastend, und niemand sollte diese Verantwortung allein tragen.  

  

  

  1. Wie kann die AFPL pflegende Angehörige unterstützen?  

  

Die AFPL ist ein Verein von Angehörigen von Menschen, die an einer Störung aus dem Psychosespektrum leiden.  

Dank ihrer Erfahrung kann sie Sie mit einer Expertise beraten und begleiten, die auf gelebtem Alltag basiert.  

  

Die Erkrankung Ihres Angehörigen und ihre Folgen zu akzeptieren ist ein sehr schwieriger, aber wesentlicher Prozess. An Schulungen teilzunehmen, sich Austauschgruppen anzuschließen, um Hilfe zu bitten und sie anzunehmen, all das sind echte Stärken. Vertrauen Sie den Fachpersonen, die Sie begleiten, Sie sind nicht allein!  

  

Für weitere Informationen besuchen Sie afpl.lu und zögern Sie nicht, den Verein per E‑Mail unter contact@afpl.luzu kontaktieren.